Wärmebrücken sind Bereiche innerhalb der Gebäudehülle, an denen Wärme schneller nach außen übertragen wird als in den angrenzenden Bauteilen. Dadurch können lokal niedrigere Oberflächentemperaturen entstehen.
Für Eigentümer und Bewohner sind Wärmebrücken häufig nicht direkt sichtbar. Hinweise können beispielsweise kalte Wandbereiche, Kondensat, Verfärbungen oder wiederkehrende Schimmelbildung an bestimmten Stellen sein.
Was ist eine Wärmebrücke?
Eine Wärmebrücke entsteht dort, wo der Wärmestrom durch ein Bauteil oder einen konstruktiven Übergang erhöht ist. Das kann durch Materialwechsel, geometrische Formen oder konstruktive Details verursacht werden.
Im Vergleich zu angrenzenden Flächen kann die innere Oberflächentemperatur in diesen Bereichen niedriger sein. Besonders in der kalten Jahreszeit können solche Temperaturunterschiede deutlicher auftreten.
Typische Stellen am Gebäude
Wärmebrücken können an unterschiedlichen Stellen eines Gebäudes auftreten. Häufig betroffen sind konstruktive Übergänge und Bereiche, an denen die Gebäudehülle geometrisch oder materialbedingt unterbrochen wird.
- Fenster- und Türanschlüsse
- Rollladenkästen
- Balkonplatten
- Außenecken und Gebäudeecken
- Deckenanschlüsse
- Dachanschlüsse
- Materialwechsel innerhalb der Außenwand
- nicht ausreichend gedämmte Bauteilanschlüsse
Welche Hinweise auf Wärmebrücken hindeuten können
Eine Wärmebrücke ist nicht immer unmittelbar erkennbar. Häufig zeigen sich zunächst indirekte Hinweise.
Dazu gehören beispielsweise deutlich kühlere Wandbereiche, Kondenswasser, Verfärbungen oder wiederkehrende Schimmelbildung an ähnlichen Stellen.
Mögliche Folgen von Wärmebrücken
Wärmebrücken können zu erhöhten Wärmeverlusten führen. Gleichzeitig können die niedrigeren Oberflächentemperaturen an den betroffenen Stellen das Risiko für Kondensat erhöhen.
Wenn warme und feuchte Raumluft auf eine ausreichend kalte Oberfläche trifft, kann sich Feuchtigkeit niederschlagen. Unter ungünstigen Bedingungen kann dadurch die Bildung von Schimmel begünstigt werden.
Ob tatsächlich ein Feuchte- oder Schimmelproblem entsteht, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören insbesondere Raumluftfeuchtigkeit, Lüftungsverhalten, Heizverhalten, Bauweise und Oberflächentemperaturen.
Was Thermografie zeigen kann
Mit einer Wärmebildkamera können Temperaturunterschiede an Oberflächen sichtbar gemacht werden. Dadurch lassen sich Bereiche mit auffälligen Temperaturverteilungen leichter erkennen.
Thermografie kann insbesondere bei der Untersuchung von Wärmebrücken, Dämmfehlern oder auffälligen Temperaturverläufen hilfreich sein.
Die Bilder müssen jedoch fachlich interpretiert werden. Faktoren wie Sonneneinstrahlung, Wind, Außentemperatur, Heizbetrieb und unterschiedliche Materialien können die Messung beeinflussen.
Eine Wärmebildaufnahme allein reicht deshalb nicht automatisch für eine abschließende Bewertung aus.
Wann eine fachliche Untersuchung sinnvoll ist
Eine fachliche Untersuchung kann sinnvoll sein, wenn sich an bestimmten Stellen regelmäßig Kondensat oder Schimmel bildet, wenn auffällig kalte Oberflächen vorhanden sind oder wenn energetische Schwachstellen vermutet werden.
Je nach Fragestellung können Thermografie, Oberflächentemperaturmessungen und die Erfassung des Raumklimas miteinander kombiniert werden.
BAUDETEKTIV unterstützt Eigentümer, Käufer und Verwalter in München und Umgebung bei technischen Fragestellungen rund um Gebäudehülle, Wärmebrücken, Feuchtigkeit, Thermografie und Energieeffizienz.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite Energieberatung .
Häufige Fragen
Kann man Wärmebrücken immer mit einer Wärmebildkamera erkennen?
Nicht unter allen Bedingungen. Aussagekräftige Thermografie benötigt geeignete Temperaturunterschiede und eine fachliche Interpretation der Aufnahmen.
Führt jede Wärmebrücke automatisch zu Schimmel?
Nein. Das Schimmelrisiko hängt zusätzlich von Luftfeuchtigkeit, Raumklima, Oberflächentemperatur und Nutzung ab.
Wo treten Wärmebrücken besonders häufig auf?
Typische Bereiche sind Fensteranschlüsse, Rollladenkästen, Balkonplatten, Gebäudeecken, Deckenanschlüsse und andere konstruktive Übergänge.